Abgegeben!

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Das war’s!

Heute nur ein kurzes Update: Ich habe nun meine Masterarbeit abgegeben und damit meine letzte Prüfungsleistung erbracht. Ob ich bestanden habe oder nicht, werde ich zwar erst in einigen Wochen erfahren, allerdings ist das Schöne am Studium an einer Präsenzuni, dass man einen relativ intensiven Kontakt zu seinen Betreuern haben und somit zumindest schonmal wissen kann, dass man das Thema nicht ganz an die Wand gefahren hat. 🙂

Dass ich während der gesamten Zeit der Themenfindung, des Schreibens und Programmierens hier im Blog Stillschweigen gewahrt habe, hatte auch den Grund, meine Untersuchung nicht zu beeinflussen. Da ich vor allem im Bekannten- und Freundeskreis meine Probanden (Versuchsteilnehmer) rekrutiert habe, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass jemand hier reinschaut und dann weiß, worum es geht, nicht null gewesen. Ich habe eine explorative Studie durchgeführt, dass heißt, dass noch weitere Untersuchungen meiner Fragestellung mit mehr Probanden erfolgen werden. Daher werde ich zu meinen konkreten Hypothesen nicht ins Detail gehen, bis alle Erhebungen abgeschlossen sind.

Worum ging es insgesamt? Ich habe vor einiger Zeit Konferenzbeiträge von Videospielentwicklern und Herstellern von Head-Mounted Displays (HMDs, wie die Oculus Rift) gesehen, in denen über die Herausforderungen gesprochen wurde, die Virtual Reality für den Spielesektor mit sich bringt. Es gelten andere Designguidelines und man kann Spiele nicht einfach 1:1 zur Verwendung in VR adaptieren. Bzw. kann man es schon, sollte es aber nicht, wenn man Reaktionen wie Cybersickness, Desorientierung und schlechte Spielbarkeit vermeiden will.

„Hm“, dachte ich mir. „Das Problem ist in der universitären Forschung noch nicht angekommen“. Es gibt zwar seit den späten Siebzigern Forschung zu HMDs, Wahrnehmungsdifferenzen und den Einsatz in Training und Therapie, jedoch kaum vergleichende Untersuchungen, die sich auf den Spielesektor und Videospiele als Inhalt beziehen. Gleichzeitig gibt es sicherlich viele interessante Befunde aus der Spieleindustrie und vermutlich eine ganze Reihe toller Ergebnisse interner Usability-Tests, aber eine Verbindung fehlt bisher. Dort sah ich Mitte 2014 meine Gelegenheit, ein tolles, eigenes Projekt und Thema zu diesem Schwerpunt auf die Beine zu stellen. Ich war als zwar ambitionierte aber von Zeitknappheit geplagte Hobbyprogrammiererin ohnehin scharf darauf, mal ein größeres Projekt mit Unity3D zu machen. Daher dachte ich mir, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können, indem ich die Erstellung eines Spiels einfach mit zum Kern meiner Masterarbeit mache. So ist es dann auch gekommen.

Meine Zielstellung war es einerseits, ein Spiel so zu konzipieren, dass es grundlegenden Konzepten und Spielmechaniken aus dem Gamedesign-Bereich folgt (also ein Spiel ist, das Spaß macht und als Spiel empfunden wird) aber gleichzeitig eine kontrollierte Versuchsumgebung bildet, in der über Aufzeichnung von Verhaltensdaten und die Einbettung in einen Untersuchungskontext wissenschaftliche Daten generiert werden können. Andererseits gab es natürlich auch eine konkrete Fragestellung, die ich mit dieser Arbeit beantworten wollte.

Ich kann nur beteuern, wie unglaublich viel Spaß mir diese Masterarbeit gemacht hat. Von der wirklich tollen Betreuung und der Unterstützung durch die TU, über die Dinge, die ich gelernt habe, bis hin zum Zusammenschreiben der Befunde, hatte ich eine wirklich tolle Zeit. Und das Schöne ist, dass meine Versuchsumgebung auch nach dem Abschluss nicht einfach in irgendeiner digitalen Schublade anstaubt, sondern für weitere Untersuchungen genutzt wird. Eine Kommilitonin nutzt das Level zur Beantwortung einer anderen Fragestellung, es war Untersuchungsgrundlage in einem Seminar, jemand hat die Aufzeichnung von Verhaltensdaten erweitert, es gibt Interesse, daran weiterzuarbeiten und weitere Experimente (nicht zuletzt die Replikation meiner Daten mit einer größeren Stichprobe) sind geplant. Das macht mich ganz ehrlich ein wenig Stolz und ich freue mich sehr, dass aus einer Idee ein konkretes Vorhaben, dann eine tatsächliche Umsetzung und nun ein kleines Werkzeug das auch von anderen verwendet wird, geworden ist.

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